Canberra ich komme

Thomas Juni 21st, 2007

Auch die letzte Nacht war wieder höllisch kalt. Am nächsten Morgen aufgewacht, testeten wir als erstes, ob das Auto wieder anspringt. Aber nein, natürlich ist es nicht angesprungen. Als hätten wir nicht schon genügend Probleme gehabt, war nun auch noch die Batterie leer.

Die letzten paar Tage und Nächte, an denen es ohne Ausnahme recht kalt war, haben die Batterie anscheinend doch etwas überlastet. Wir mussten eine halbe Stunde warten bis wir jemanden finden konnten, der uns Starthilfe geben konnte. Das Auto ist dann zum Glück wieder angesprungen. Keine weiteren Probleme also bis dahin.

Wir wollten beide nur noch so schnell wie möglich nach Canberra und so sind wir ohne Umweg wieder zurück auf den Highway. Ich habe mich dann am YHA Hostel in Canberra absetzen lassen da ich entschlossen hatte ein oder zwei Tage in einem richtigen Bett zu schlafen. Wir haben uns dann für das Abendessen wieder verabredet und ich konnte mich ein wenig von den Strapazen der letzten Tage ausruhen. Ich konnte meine Klamotten waschen, ein paar Dinge organisieren und mich ein wenig entspannen.

Ebenfalls habe ich die letzten paar Tage mit Bec revue passieren lassen und mich dazu entschlossen, dass ich nicht mehr mit ihr weiter nach Sydney reisen werde. Es gab einfach zu viele Probleme mit ihr, dem Auto und unterschiedlichen Vorstellungen der Reise, was letztlich dazu geführt hat, dass die Tage nicht nur aus Spaß bestanden. Es macht keinen Spass, wenn man jeden Abend in sein Bett geht und sich fragt, ob man am naechsten Tag an Bluthochdruck sterben muss. Das hat schon am ersten Tag angefangen, als ich das erste Mal in ihr Auto eingestiegen bin. Ich hatte die Tür ein wenig zu fest zugeschlagen und sie hätte daraufhin beinahe einen Tobsuchtsanfall bekommen. Danach hat sie mir gleich mal eine Standpauke gehalten, wie ich mit dem Auto umzugehen habe, was ich machen darf und was ich tunlichst vermeiden sollte. Es war weniger das Problem, das sie für sich und andere gewisse “Umgangsregeln” aufgestellt hatte, als die Art und Weise wie sie es rüber gebracht hat. Wir haben wirklich an vielen schönen Aussichtspunkten gehalten, aber im Nachhinein fällt mir auf, dass wir immer nur an den Punkten gehalten haben, die sie auch unbedingt sehen wollte. Es gab einige Orte und Situationen an denen ich vorbeischauen oder anhalten und Fotos schießen wollte, an denen sie vorbei gefahren ist. Begründungen waren dann zum Beispiel, dass wir nicht genügend Zeit hätten und dergleichen.
Des weiteren war sie sehr leicht reizbar was immer wieder zu Spannungen geführt hat. Sie hat sich zwar dann hin und wieder dafür entschuldigt, was die ganze Sache aber natürlich nicht viel besser gemacht hat.

Nichts desto trotz muss ich sagen, dass ich viel Spaß auf der ganzen Tour hatte und es nicht bereue mit ihr gefahren zu sein. Es war einfach nur die Zeit gekommen, sich zu verabschieden und den eigenen weiteren Weg zu verfolgen.

Das Fazit meiner Reise von Melbourne nach Canberra welches auch die Hauptstadt Australiens darstellt ist also, dass es nicht einfach ist, mit jemandem den man vorher nicht kannte und mit de man sich nicht wirklich super versteht, sieben Tage im Auto zu reisen und zu schlafen. Man verbringt immerhin den kompletten Tag zusammen und hat keinerlei Ausweichmöglichkeiten, wenn man sich mal etwas zurückziehen möchte. Dieser Sache sollte man sich bewusst sein, wenn man schon in Deutschland mit einem Freund beschließt zusammen mit dem Auto Australien zu bereisen. Es gibt selbst unter besten Freunden immer wieder Spannungen und dann sollte man sich im klaren sein, dass so etwas auch dazu führen kann, dass man sich trennt und jeder seinen eigenen Weg verfolgt. Ich habe hier einige Backpacker kennen gelernt, denen es genau so gegangen ist. Eine ordentliche Planung, wie man mit Krisensituationen umgeht, gehört also genauso dazu wie die Planung, was man alles in den Rucksack einpackt und mit nach Australien bringt.

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