Jetzt wirds kalt - Snowy Mountains

Thomas Juni 20th, 2007

War ja klar, dass der nächste Tag so anfängt, wie der gestrige aufgehört hat. Ich wurde von Bec mit einem “Hey wach auf aber sei ganz still und bewege dich nicht” geweckt. Ich war eigentlich noch gar nicht bereit aufzustehen und wollte nur noch ein paar Minuten schlummern, dennoch habe ich ein Auge ein wenig geöffnet um zu schauen, was denn jetzt schon wieder los ist.

Kaum war das erste Auge offen war ich hell wach und das zweite Auge auch gleich offen. Nicht mal 30cm entfernt wanderte doch tatsächlich ein Papagei an meinem Kopf vorbei. Ich beobachtete ihn ein wenig und es war wirklich lustig zu sehen, wie er die Matratze erkundet hat. Es schien fast so, als wäre er auf seinem morgendlichen Rundgang gewesen und wollte nur schauen, ob auch alles in Ordnung war. Er marschierte also einmal um mich herum, sah mich ein paar Mal dabei an, um sicher zu gehen dass ich ihm auch nichts böses will und dann stapfte er wieder aus dem Auto raus. Ich hab mich dann so schnell wie möglich und langsam wie nötig aus meinem Schlafsack gepellt um den Papagei nicht zu verscheuchen und als ich aus dem Auto schaute traute ich meinen Augen nicht. Da standen um die 20 Papageien um das Auto herum, genossen unsere Gesellschaft und warteten wohl darauf, dass es Frühstück gibt. Wir hatten noch zwei Scheiben Brot vom Vortag übrig und versuchten damit , die Papageien so anzulocken, dass wir gute Bilder schießen konnten. Die Papageien waren so zutraulich, dass wir sie sogar auf unsere Köpfe und Schultern locken konnten. Wie ihr euch natürlich vorstellen könnt, gab es dann gleich die nächste Fotosession, die circa 20 Minuten anhielt, dann war unser Brot auch schon alle.

Danach ging es auch schon gleich weiter. Unser Ziel war Orbost, ein kleiner Verschlafener Ort wie wir schon etliche auf unserem Weg bis dahin gesehen hatten. Besonders viel ist dann an diesem Tag leider nicht mehr passiert. Es hat, wie die Tage davor auch schon, immer wieder geregnet und die Autofahrt war mehr als langweilig. Zwar ist die Landschaft immer noch schön gewesen, aber es hat eben geregnet und wir haben nicht allzu viele Stops gemacht, es gab auch nicht wirklich oft eine gute Gelegenheit dazu. Ich hab mich hier und da, über mehr oder weniger sinnlose Sachen mit Bec gestritten. Aber davon erzähle ich mehr in meinem Abschlussbericht. In Orbost angekommen haben wir nur noch etwas gegessen und sind dann schlafen gegangen.

20.07.2007 - Auf in die Snowy Mountains

Heute mussten wir entscheiden ob wir über Batemans Bay oder durch die Snowy Mountains nach Canberra fahren wollten. Wir haben uns dann für die Snowy Mountains entschieden, da das Wetter nicht das Beste war und Batemans Bay bei schönem Wetter mit Sicherheit um einiges schöner ist. Wir haben uns also entschlossen über Bega nach Cooma zu fahren wo wir dann unser Nachtlager aufschlagen wollten. Ich kann mich leider nur wiederholen, die Landschaft war wirklich schön, allerdings hat es die meiste Zeit geregnet, was unseren Trip nicht wirklich angenehmer gemacht hat. An diesem Tag habe ich mich wieder mal gefragt, warum ich ein Jahr auf dem trockensten Kontinent der Erde verbringen möchte, wenn es die ersten Tage und Wochen annähernd nur regnet. Aber so ist das wohl, wenn man im australischen Winter an der Süd- bzw. Ostküste entlang reist. In Bega gab es dann wieder einen kleinen Stop und wir haben etwas gegessen. Die meiste Zeit auf dem Weg bis Bega war das Wetter wirklich nicht das Beste. Es war zwar nicht besonders kalt aber es hat fast ununterbrochen geregnet. Ab Eden allerdings kam auch noch Kälte dazu.

Man kann sich vielleicht vorstellen, dass die Heizung in einem 33 Jahre alten VW nicht mehr die allerbeste ist. Ich hatte mittlerweile gelernt zu akzeptieren, dass ich eine schlechte Jahreszeit ausgesucht hatte, für einen Trip von Melbourne nach Canberra, aber das ich irgendwann auch noch anfangen würde zu frieren, so stark war meine Vorstellungskraft dann doch wieder nicht. Wie gerne wäre ich in der Situation in Korfu gewesen! Nachdem wir uns dann in Bega in einem kleinen Cafe etwas aufgewärmt hatten ging es dann weiter durch die Snowy Mountains nach Cooma. Die Außentemperaturen sind weiter gesunken und auch im Auto wurde es immer kälter. Das Heizgebläse auf die Füße funktionierte nur zur Hälfte, dafür funktionierte das Gebläse auf die Scheibe um so besser. Nur was bringt es mir wenn ich einen heißen Kopf habe und meine Füße kurz vorm Abfrieren sind? In den Snowy Mountains habe ich dann ein richtig gutes Bild geschossen. Sonnenuntergang im Hintergrund und Schnee auf der linken Straßenseite. Das war, neben einem weiteren Wombat welches wir bei einem kurzen Stop gesichtet hatten, der Höhepunkt des Tages. In Cooma angekommen hatten wir beide nur noch die Idee uns irgendwie warm einzupacken und zu schlafen. Das klingt nach einer einfachen Sache, was es allerdings nicht war. Im Auto war es bitterkalt und die Außentemperatur hat bis in die Minusgrade abgekühlt. Ich kann mich nicht an eine Nacht erinnern, in der ich so erbärmlich gefroren habe. In Deutschland war an dem Tag sonniges Wetter mit 25°C und ich verbringe die Nacht bei Minusgraden in einem 33 Jahre alten VW Bus. Irgendwas mache ich doch wirklich falsch,… ;-)

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