Kiwi Girl Teil eins
Thomas Juni 16th, 2007
In der Früh bin ich dann los um ein paar Sachen einzukaufen, damit ich für die Reise in einem Auto gut ausgestattet bin. Gekauft habe ich mir einen Teller und eine Tasse inklusive Campingbesteck. Zusätzlich noch einen Schlafsack da ich keinen von daheim mitgenommen hatte. Alles zusammen hat 80A$ gekostet.
Meine drei deutschen Freunde wollten zufällig am gleichen Tag ebenfalls in die Richtung Dandenong um sich ein Auto anzuschauen. Also sind wir gegen 10 Uhr in der Früh mit dem Zug Richtung Dandenong gefahren (6 A$ - ca. eine halbe Stunde Fahrzeit).
Ich musste genau nach Dandenong, meine Freunde eine Station weiter. Also haben wir uns kurz von der Station Dandenong voneinander verabschiedet. Ich wusste jetzt geht das Leben erst richtig los, keine deutschen mehr *yeah*.
Die Gefühle waren dennoch etwas gemischt, immerhin hatte ich das Mädel nicht gesprochen oder gesehen. Ich wusste gar nichts von ihr, was also wenn die nun alle Schrauben locker hat!?
Dann kam der Moment an dem ich aus dem Zug gestiegen bin. Kein Mensch da der mich abholen kommt. Ich hatte ihr in der Früh geschrieben, wann ich am Bahnhof in Dandenong ankomme und wir hatten ausgemacht, dass sie mich abholt. Ich dachte mir in dem Moment nur: “Nein, dass darf jetzt aber nicht war sein.” Also hab ich mich erstmal auf eine Bank gesetzt, Handy aus der Tasche geholt und Bec angerufen. Besser gesagt versucht anzurufen, denn sie ist nicht ran gegangen :(. “Man, so was kann wieder nur mir passieren, die hat mich also voll versetzt” dachte ich. Fünf Minuten später hab ich es dann nochmal versucht und siehe da, sie ist ran gegangen. Sie war nur kurz in einem Laden am Bahnhof und hatte ihr Handy im Auto liegen lassen. Weitere fünf Minuten später war sie dann da und hat mich abgeholt.
Ein kleines untersetztes Mädel mit ca. 40cm langen verfilzten blonden Haaren und Blau-Lila Strähnen kam auf mich zu. Mein erster Eindruck war: “Ach du Schei**e, hätte sie mich nicht versetzen können,..?”. Ich dachte im Ernst daran alles abzubrechen und den nächsten Flug nach Rhodos zu nehmen.
Wenn ihr jetzt lacht dann haltet euch lieber fest, es kommt noch besser :)! Nach ein wenig Smalltalk sind wir dann zum Auto gegangen. Da stand er, ein in kotzgrün lackierter, 33 Jahre alter VW Bus. Mein nächster Gedanke war nur: “Wenn du dich jetzt umdrehst und schnell rennst, hast du vielleicht die Möglichkeit zu entwischen,…!” Aber nein, ich bin ja nach Australien gekommen, um ein paar lustige, interessante oder einfach andere Erfahrungen zu machen, die ich in Deutschland nie machen könnte. Da musste ich nun also durch. Also habe ich meine Sachen verstaut und los ging die Fahrt.
Unser erster Stopp war dann auf der Halbinsel Mornington Peninsula in dem kleinen Fischerdorf Flinders. Wir sind dort in ein kleines Cafe und haben uns erstmal ein ein Frühstück gegönnt. Danach ging es dann weiter in Richtung Portsea, welches an der Spitze von Mornington Peninsula liegt. In Portsea sind wir dann in den Point Napean National Park ( 7A$ Eintritt). Den Point Napean National Park kann man entweder mit dem Fahrrad abfahren, wenn man eines hat, oder man erkundet ihn zu Fuß. Leider muss ich gestehen, dass ich von dem National Park etwas enttäuscht war. Ich hatte dann doch deutlich mehr erwartet, als nur zwischen interessanten Baumkonstruktionen zu wandern. Für Kriegsbegeisterte ist es eventuell deutlich interessanter als für mich. An der Spitze des Point Napean National Park gibt es das Napean Fort. Dort steht noch eine nicht gerade kleine Kanone aus dem zweiten Weltkrieg sowie einige Tunnel und Kriegsbauten. Für mich persönlich waren lediglich die Bäume und die Aussichtspunkte wirklich interessant. Aber nach einer gewissen Zeit kann man sich auch an den Bäumen nicht mehr erfreuen.
Nach dem wir also gute drei bis vier Stunden im Point Napean National Park spazieren waren, ging es dann weiter in Richtung Sorronto, wo wir auch unser Nachtlager aufgeschlagen haben. Zuerst einmal stand Abendessen auf dem Plan. Also ging es zum Fish and Chips Shop. Für knappe 8A$ bekam ich eine richtig große Portion, die ich nicht mal ganz geschafft habe aufzuessen und wer mich kennt der weiß, dass mir so etwas nicht wirklich oft passiert. Danach haben wir nur noch einen geeigneten Platz zum schlafen gesucht und ein wirklich nettes Plätzchen auf einem kleinen Hügel mit Blick aufs Meer gefunden. Schlafen im VW Bus war kein Thema, es war warm genug, der Platz den jeder zum Schlafen hatte war ausreichend, wenn auch nicht vergleichbar mit einem schönen Bett.
Mister Wong
Del.ico.us