Skifahren - Nein danke

Thomas Juni 20th, 2007

Am diesem Morgen, als hätten wir prächtig geschlafen, kam Bec dann mit einer “super” Idee zu mir. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, Skifahren zu gehen. Sie meinte, das letzte Mal als sie im Skiurlaub war ist mehr als zehn Jahre her und jetzt waere es eine super gute Gelegenheit wieder Ski fahren zu gehen. Am liebsten hätte ich sie erwürgt. Als hätten wir die Nacht nicht schon genügend gefroren. Aber ich konnte sie von der Idee einfach nicht abbringen. Alle Einwände, die ich brachte, überhörte sie geschickt.

Ich habe lediglich geschafft ihr zu erklären, dass es nicht billig sein würde, immerhin müssten wir uns die komplette Ausrüstung ausleihen. Wir hatten uns dann darauf geeinigt, dass wir nur Skifahren gehen würden, wenn alles zusammen (Skiklamotten, Skier und Skipass) nicht teurer als 200A$ sein würden. Das war meine Rettung, denn im Skiladen sagte man uns, dass wir mindestens 300A$ zahlen müssten. In dem Moment wurde es mir zum ersten Mal seit gut 24 Stunden wieder etwas wärmer :). Wobei es natürlich schon eine lustige Sache gewesen wäre, wenn man danach erzählen hätte können, dass man in den Snowy Mountains in Australien Ski Fahren war. Wenn ich aber an mein Budget dachte, war ich ganz froh darüber, dass wir es nicht getan haben und ich niemandem sagen kann dass ich in Australien Ski Fahren war.

Als ich die ganze Geschichte einem Bekannten, der schon eine halbe Ewigkeit eine Seite ueber Skiurlaub hat, hat er mich nur ausgelacht und mir klar gemacht was ich doch fuer ein Weichei sei. Skifahren in Australien - Mensch wie viele Leute haben in ihrem Leben denn diese Gelegenheit? Dennoch, in diesem Moment war ich sehr froh darueber nicht Skifahren

Da wir uns in drei Läden nach der Skiausrüstung und den Preisen erkundigt hatten, kamen wir ziemlich spät aus Cooma los. Unser Ziel an diesem Tag war die Hauptstadt Australiens - Canberra.
Wir waren immer noch am Fahren, als die Dämmerung einbrach. Etwa 80km vor Canberra fiel das vordere Licht des VW Busses aus. Wir befanden uns gerade auf einer Landstraße und waren kurz davor auf den Highway zu fahren. Genauer gesagt waren wir noch komplett im Nirgendwo. Bec fummelte wie wild an der Lenkradverkleidung und den Schaltern herum. Ich habe ihr dann vorgeschlagen, dass wir ja die letzten paar Kilometer mit Fernlicht fahren könnten, da eh kaum andere Autos unterwegs waren.

Darauf sagte sie nur, dass wir das eh schon die ganze Zeit machen würden, da ihr Abblendlicht schon seit 6 Wochen defekt sei. Wir sind also den ganzen Trip schon mit dauerhaft eingeschaltetem Fernlicht gefahren. Nach ein paar Minuten ging dann das Fernlicht wieder, allerdings nicht dauerhaft sondern nur wenn man den Hebel der Lichthupe gezogen hielt - gute deutsche Autos eben ;-). Also haben wir den Hebel mit einem Stück Pappe festgeklemmt und weiter ging es. Gehalten hat das ganze vielleicht 5 Minuten. Dann hat das mit der Pappe nicht mehr geklappt. Also haben wir uns abgewechselt mit dem Festhalten des Hebels. Das ging dann relativ lange gut, bis wir an einem McDonald eine Pause eingelegt hatten. Wir kamen zurück von unserer Pause, wollten weiterfahren aber das Licht ging nicht mehr. Wir haben die halbe Lenksäule zerlegt um irgendwie raus zu finden, warum selbst das nicht mehr ging. Nach ca. einer Stunde ging es dann wieder. So schnell wie möglich auf den Highway. Hier ging es dann wie gewohnt weiter, mal ging das Licht, dann fiel es wieder aus. Nicht wirklich lustig wenn man 100km/h auf einem nicht beleuchteten Highway fährt. Irgendwann konnten wir das Problem nicht mehr beheben. Wir standen auf dem Pannenstreifen und haben irgendwie versucht, das ganze in den Griff zu bekommen, allerdings ohne Erfolg. Wir konnten die nächste Ausfahrt sehen und beschlossen ca. 20 km vor Canberra von dem Highway runter zu fahren, um uns zu beraten, wie oder ob wir weiterfahren sollen.

Wir waren gerade erst von dem Highway runter und fuhren auf einer einsamen Landstraße ohne Beleuchtung irgendwo im Nirgendwo, als mitten unter der Fahrt der Motor ausging. Bec wäre am liebsten im Boden versunken, als ich sie vorwurfsvoll angesehen habe. Denn sie hatte mir die ganze Fahrt über erklärt, wie toll doch ihr Auto ist und das sie bis auf ein einziges Mal damit noch nie Probleme hatte. Zu unserem Glück sahen wir in diesem Moment ein beleuchtetes Haus ein paar hundert Meter weiter Wir beschlossen also, uns bis dahin rollen zu lassen. Wir hatten Glück im Unglück , da es ein Pub war ;-). Wir haben nicht lange diskutieren müssen, was wir nun machen sollten. Das Auto hatte kein Licht mehr, es ist nicht mehr angesprungen und wir sind mit dem letzten Schwung direkt vor ein Pub gerollt - mitten im Nirgendwo. Anscheinend wollte irgendeine höhere Macht, dass wir uns betrinken *lach*. Wir verstanden beide die Message und so sind wir dann nach ein paar Bier schlafen gegangen.

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