Tauchkurs in Cairns
Thomas Oktober 17th, 2007
Tauchen in Australien am Great Barrier Reef gehört genauso zu einer Reise durch Australien wie das Besichtigen der Oper in Sydney. Hier also ein kompletter Bericht über einen Tauchkurs in Australien.
Es stand von Anfang an fest, dass ich während meines Aufenthalts in Australien einen Tauchkurs belegen wollte. Warum auch immer, ich habe viel darüber gelesen und ich dachte mir: „Das gehört einfach dazu.“ Außerdem habe ich zu Hause oft Berichte über das Great Barrier Reef gesehen und wollte diesen faszinierenden Ort unbedingt mit meinen eigenen Augen erkunden.
Der Reiz wurde noch verstärkt, indem wir eine Woche lang mehrmals täglich an dem Tauchshop von Pro Dive in Cairns vorbei liefen. In den Schaufenstern werben sie mit Bildern von bunten Fischen, gewaltigen Korallen und tollen Pflanzen. Das macht Lust auf Meer .So kam es, dass wir kurzerhand mit einem Bekannten den Laden stürmten und uns für den PADI Open Water – Tauchkurs anmeldeten. Wir haben bewusst den deutschsprachigen Kurs gewählt, da wir uns sicher sein wollten, wirklich alles zu verstehen. Das war eine gute Entscheidung aber dazu später mehr.
Dieser Kurs kostete uns stolze 695$. Zuzüglich 15$ Reef Tax und 15$ Verwaltungsgebühren.
Im Preis enthalten sind:
2 Tage Theorie und Übungen im Pool
3 Tage Tauchkreuzfahrt
Nachdem die Buchung abgeschlossen war, wurden wir direkt ins medical center geschickt. Bevor man sich in das große Unterwasserabenteuer stürzen kann, muss man sich einer medizinischen Tauchuntersuchung unterziehen. Dabei handelt es sich um eine reine Routineuntersuchung. Der Arzt stellt fest, ob die Atmung in Ordnung ist und das Herz richtig funktioniert. Außerdem beurteilt er die allgemeine Verfassung des Patienten und checkt den Gleichgewichtssinn. Die Untersuchung kostet 49,50$ und wird direkt im medical center bezahlt. Besteht man die Tests, bekommt man eine Bescheinigung dafür. Diese muss man dann der Tauchschule in der ersten Unterrichtsstunde vorzeigen.
Der erste Tag war aufregend. Wir wussten nicht was uns erwartet. Wir hatten großes Glück, denn der deutschsprachige Kurs bestand nur aus 3 Teilnehmern. Damit konnte sich der Tauchlehrer intensiv mit jedem von uns beschäftigen. Die englischsprachigen Kurse bestanden zum Teil aus 10 Leuten. Das ist wesentlich anstrengender für beide Parteien. Jedenfalls bestanden die ersten 2 Tage darin, dass wir zahlreiche Videos anschauten, zu denen am Ende immer ein kurzer Test geschrieben wurde. Dabei handelte es sich um multiple choice Tests, welche die wichtigsten Sachen aus den Lernvideos einfach noch einmal wiederholen und festigen sollten. Der Unterricht zog sich meistens über 2 Stunden hin. Danach ging es in den Pool. Zuerst wurde uns gezeigt, wie man die Ausrüstung zusammenbaut. Dann wurde mit leichten Übungen begonnen. Schritt für Schritt lernten wir, mit der am Anfang etwas unbequemen Ausrüstung umzugehen. Dazu gehörten sämtliche Unterwasserübungen wie das Atmen durch den Lungenautomaten, das Sitzen am Grund des Pools, Gleichgewichtsübungen, das Fluten und Entleeren der Maske, das Austarieren des Jackets, das Wiederholen von verlorener Ausrüstung, das Aus- und wieder Anziehen des Jackets etc. Außerdem lernten wir die Zeichensprache unter Wasser zu lesen. Dann ging es zum nächsten Schritt. Wir tauchten in 4 Meter Tiefe ab und dabei übten wir den Druckausgleich. Dieser hat mir am Anfang große Probleme bereitet. Ich bin zu schnell abgetaucht und hatte große Schmerzen in den Ohren. Aber unser Tauchlehrer hat mir mit Engelsgeduld beigebracht, wie man es richtig macht.
Außerdem haben wir eine Schulung über die gesamte Tauchausrüstung und die verschiedenen Materialien bekommen. Wir hatten auch die Möglichkeit die unterschiedlichsten Modelle der Masken und Flossen im Pool zu probieren. Das passierte nicht ganz ohne Grund.
Nachdem wir am 2. Tag einen Abschlusstest geschrieben hatten, indem noch einmal alle wichtigen Dinge aus den vorangegangenen Videos abgefragt wurden, kam für mich ein kleiner Wehrmutstropfen des Kurses. Wir wurden in den Tauchshop gefahren und gefragt, welche der getesteten Masken uns denn am besten gepasst hat. Wir wurden regelrecht dazu überredet, eine eigene Maske mit passendem Schnorchel zu kaufen. Es ist schon richtig, dass eine gut sitzende Maske viel ausmacht (der Vergleich zu den Unterrichtsmasken war wirklich gewaltig) aber eigentlich wollte ich mir keine kaufen. Ich habe den Shop dann mit einer Maske und dem passenden Schnorchel im Wert von 170$ verlassen, natürlich inklusive super-sonder-Rabatt, der nur heute gilt. Am Anfang habe ich mich sehr darüber geärgert, weil es doch viel Geld ist. Während dem Tauchen im Meer habe ich dann aber gemerkt, dass eine eigene Maske und Schnorchel doch ganz angenehm sind. Denn wer weiß schon, wer vorher alles in die Maske gespuckt hat (so macht man das, damit sie nicht beschlägt).
Auf alle Fälle war der Trip aufs Meer eine tolle Erfahrung. Uns wurde vorher noch empfohlen, Tabletten gegen Seekrankheit zu kaufen. Natürlich wollten wir Geld sparen und haben und zu dritt eine Packung geteilt. 10 Pillen sollten doch genügen, dachten wir. Aber das war doch etwas knapp, denn der Seegang war so heftig, das schon auf der Hinfahrt jeder 2 genommen hat. Das heißt, daran sollte man nicht sparen.
Wir (insgesamt 30 Leute) sind mit der Scuba Pro ins äußere Great Barrier Reef gefahren und der erste Ankerplatz war das Milln Reef. Dort haben wir die ersten 4 Übungstauchgänge absolviert. Es war beeindruckend. Wir haben Nemos, Schildkröten Riffhaie, Korallen, Seesterne und viele viele andere tolle Dinge gesehen. Ich habe mich dann entschlossen noch einen Extrakurs zu belegen. Dieser nennt sich Adventure Diver und berechtigt mich, auf 30 Meter zu tauchen.
Normalerweise beinhaltet der Open Water Kurs 9 Tauchgänge auf drei Tage verteilt. Diese setzen sich folgendermaßen zusammen:
Ich habe nur 8 machen können. Aufgrund des 30 Meter Tauchganges, der eine längere Oberflächenpause nach sich zieht.
Dieser Kurs hat noch einmal 150$ gekostet. Die letzten Tauchgänge fanden dann im Flynn Reef statt.
Am Tag waren wir im Prinzip nur mit Tauchen, Ausrüstung ab- und wieder aufbauen und der Vorbereitung auf den nächsten Tauchgang beschäftigt. Nach dem gemeinsamen Abendbrot wurde von der Crew durch Kennenlernspiele für Abwechslung gesorgt. Die Stimmung auf dem Boot war super, denn jeder hatte sichtlich Spaß.
Wieder an Land angekommen wurde der Kurs von einer Abschlussparty abgerundet. Alles in Allem war es eine gelungenen Sache und ich würde es jedem weiter empfehlen.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass Tauchen am Great Barrier in Australien eine super schöne Erfahrung für mich war die ich nicht mehr missen möchte. Ich werde auf jedem Fall in der Zukunft mir meine Urlaubsorte danach aussuchen ob man dort Tauchen kann bzw. ob es gute Tauchorte sind.
Hinweis: Dieser Bericht wurde von einer Freundin von mir geschrieben. Ich habe den gleichen Tauchkurs ein Paar Monate später gemacht. Der Ablauf sowie die Erfahrungen waren so gut wie hundert prozentig identisch. Hier nochmal ein rießiges Dankeschön an die Verfasserin des Artikels “Tauchkurs in Cairns“
Mister Wong
Del.ico.us